Fitness- und Sportbetriebe

 

 

 


Berufsbild der gewerblichen Fitnessfachbetriebe


Präambel

Dieses Berufsbild entfaltet das berufliche Selbstverständnis  der gewerblichen  Fitness-Fachbetriebe Österreichs auf  der  Grundlage der  geltenden  gesetzlichen  Bestimmungen  in   deklaratorischer Weise.

Allen   gewerblich  berechtigten  Fitness-Freizeitbetrieben,   die Mitglieder  der Organisation der Wirtschaftskammern sind, ist  es freigestellt und möglich, sich an diesem Berufsbild zu  orientieren,  sowie in Geschäftsbedingungen oder Aussagen zum Zwecke  von Öffentlichkeitsarbeit  und Werbung darauf hinzuweisen  und  damit zum Ausdruck zu bringen, dass das Unternehmen sich mit den Ausführungen des Berufsbildes identifiziert.

 

Definition

Gewerbliche  Fitness-Fachbetriebe sind qualifiziert  ausgestattete befugte Gewerbebetriebe, die sich unter Beachtung strenger Qualitätsrichtlinien im Dienste ihrer Kunden mit den Bereichen

  • der Fitness

  • der Regeneration und Entspannung sowie

  • allgemein der Gesundheit

befassen.

Sie sollten in ihrer baulichen und personellen Ausstattung, ihrem Programmangebot  sowie  hinsichtlich ihrer  Unternehmensziele  im Dienste des Kunden anerkannten Qualitätskriterien entsprechen.

 

Abgrenzungen

Die  Tätigkeit von gewerblichen Fitness-Fachbetrieben grenzt  sich ab von:

  • Sportschulen

  • Bädern, Saunas und Solarien

  • Toning- und Figurstudios

  • reinen Regenerations-Zentren sowie

  • dem gebundenen Masseur-Gewerbe.

 

Dies  schließt  jedoch nicht aus, dass  auch  gewerbliche  Fitness-Fachbetriebe  solche oder ähnliche Einrichtungen  und  Dienstleistungen  zusätzlich anbieten, wenn das vorwiegende  Erscheinungsbild des Unternehmens als Fitness-Fachbetrieb gewahrt bleibt.

Der  gewerbliche  Fitness-Fachbetrieb  grenzt  sich  zudem  von gleichartigen Aktivitäten auf Vereinsbasis ab. Er entfaltet seine Tätigkeiten insbesondere in politisch neutraler Weise.

 

Aufgabe und Bedeutung

Der gewerbliche Fitness-Fachbetrieb ist ein kunden- und  dienstleistungsorientierter Freizeitbetrieb.

Er  ist sich seiner sozialen Funktion bewusst, die es  den  Kunden ermöglicht,  gemeinsam mit anderen im Rahmen  eines  angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnisses  sinnvoll ihre Freizeit zu  gestalten.

Der Fitness-Betrieb ist darüber hinaus speziell darum bemüht, auch im Sinne der Prävention vor allem von  Herz/Kreislauferkrankungen durch  die  Erhaltung und Steigerung der  Leistungsfähigkeit  des Einzelnen einen Beitrag zur Volksgesundheit zu leisten und  damit insbesondere  auch  das staatliche  Gesundheitssystem  und  seine Finanzierung entsprechend zu entlasten.

 

Qualifikation und Befähigung des Unternehmens

Der  Betrieb eines gewerblichen Fitness-Fachbetriebes  stellt  ein freies Anmeldegewerbe im Sinne der Bestimmungen der Gewerbeordnung dar. Er unterliegt den in diesem Bundesgesetz festgelegten allgemeinen Erfordernissen zum Gewerbeantritt.

Der  Inhaber des Fitnesscenters sollte eine zumindest  dreijährige fachlich einschlägige Vorpraxis besitzen und über eine den Anforderungen   des   Betriebes  gerecht   werdende   unternehmerisch-kaufmännische  Ausbildung verfügen.

Diese Voraussetzungen sollte bei Gesellschaften oder juristischen Personen  entsprechend  der handelsrechtliche  und/oder  gewerberechtliche Geschäftsführer erfüllen.

Kann  eine  Person allein im Betrieb nicht  diesen  Anforderungen gerecht  werden, so sollte zumindest betriebsintern  ein  zweiter entsprechend qualifizierter Geschäftsführer bzw. leitender  Mitarbeiter beschäftigt werden.

 

Funktionen und Qualifikationen der Mitarbeiter

Der gewerbliche Fitness-Fachbetrieb verfügt neben Geschäftsleitung (kaufmännisch-administrativem   Bereich)  und  Hilfspersonal   im Regelfall über folgende Mitarbeiter:

  • einen sportlichen Leiter;

  • sportliche Betreuer (Trainer, Kursleiter, Instruktoren,  Sport-Animateure);

  • sportliches Fachpersonal;

  • Fachpersonal für Rezeption, gastronomischen Bereich  und  Verkauf;

  • einschlägig befugte Konsulenten für die medizinisch-ernährungstechnische Beratung.

Der  sportliche Leiter sollte zumindest  über  die  fachliche Qualifikation  gemäß Punkt 4 der Qualitätsanforderungen  für  das Gütesiegel verfügen und auch den sonst dort angeführten Rahmenbedingungen  (Beschäftigungsumfang) entsprechen. Er hat  das  Recht und  muss in der Lage sein, sportliches Fachpersonal für  den  Betrieb auszubilden.

Der  sportliche Leiter koordiniert den gesamten  sportlichen  Betrieb  des Fitness-Unternehmens. Er muss daher  grundsätzlich  über alle erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten betreffend die  in seinem Betrieb angebotenen sportlichen und Fitnessbereiche  verfügen.

Jedenfalls  muss während der Öffnungszeit des Fitnessbetriebes  ein verantwortlicher sportlicher Leiter anwesend sein.

Sportliche Betreuer sind für den Gymnastik- oder  Trainingsbereich zuständig. Sie verfügen über eine abgeschlossene fachspezifische  Ausbildung für einen oder mehrere  bestimmte,  gesetzlich anerkannte  sportliche  Bereiche, welche zumindest  Punkt  4  der Qualitätsanforderungen für das Gütesiegel entsprechen sollte.

Aufgabe des sportlichen Betreuers ist es, dem Kunden die Grundlagen  für  eine richtige, zielführende  und  gesundheits- wie  leistungsorientierte sportliche Betätigung im Fitness-Fachbetrieb  zu vermitteln.

 

Jeder  Mitarbeiter ist, wenn die Bedürfnisse von Kunden  und  Betrieb es im Einzelfall erfordern oder dies aufgrund der  betrieblichen  Struktur des Fitnessbetriebes vorauszusetzen  ist,  multifunktionell  und flexibel einsetzbar. Bei Vorliegen  der  jeweils erforderlichen  entsprechenden Qualifikationen können  auch  zwei oder  mehrere  Funktionen von ein und demselben  Mitarbeiter  bzw durch  den  Unternehmer selbst übernommen  werden.  Durch  solche organisatorischen  Maßnahmen darf die qualitative  Betreuung  des Kunden aber nicht nachteilig beeinflusst werden.

Unternehmer  wie  Mitarbeiter  bekennen  sich  zur  fortlaufenden beruflichen Fort- und Weiterbildung. Dabei wird über die notwendigen  theoretischen  Kenntnisse im  jeweiligen  Fachgebiet  hinaus großer Wert auf die Praxisgerechtigkeit dieser Maßnahmen gelegt.

 

Ausstattung, Angebot und Leistungen

Fitnessbetriebe sind grundsätzlich ganzjährig geöffnet.

Ihre  Ausstattung, ihr Angebot und ihre Leistungen müssen  grundsätzlich den Bestimmungen für das Gütesiegel entsprechen.

Fitnessbetriebe gliedern sich in die Bereiche

  • Gesundheit/Fit-Check

  • Figur

  • Ausgleichssport/Entspannung

  • Geräte/Training

  • Gymnastik

  • Aerobic, stepdance und ähnliche tänzerische/Bewegungssportarten

wobei  weitere,  darüber  hinausgehende  oder  davon  abweichende Angebote und Leistungen nicht ausgeschlossen werden.

Der  gewerbliche  Fitness-Fachbetrieb  erstellt  auf  Wunsch  auch geeignete Gesamt-Fitness-Angebote für Firmen, Gruppen von Interessenten, Organisationen und Vereinigungen.

 

Besondere Neben- und Zusatzleistungen

Bei  Neueintritt  eines Kunden erstellt  der  Fitness-Betrieb  auf Wunsch  im Rahmen eines Eingangs-Checks einen Status-Report  über Gesundheit  und  Fitness des Kunden  zum  Eintrittszeitpunkt.  Auf dessen  Grundlage  kann mit dem Kunden gemeinsam  ein  geeigneter Trainings- bzw  Betätigungsplan im Fitness-Betrieb  erarbeitet  und vereinbart werden.

Viele Fitness-Fachbetriebe bieten ihren Kunden ferner an

  • einen gastronomischen Bereich mit einem geeigneten,  betriebsspezifischen Angebot an Speisen, Imbissen und Getränken;

  • Sauna und Solarium;

  • passende Handelsware (Sportartikel, Bekleidung);

  • sowie (gegen separates Entgelt) Mietgeräte wie  Squash-Schläger und ähnliches.

 

Vertragsgestaltung und allgemeine Geschäftsbedingungen

Gewerbliche  Fitness-Fachbetriebe  verwenden  zur  Gestaltung  der vertraglichen Beziehungen mit ihren Kunden Allgemeine  Geschäftsbedingungen,  die den Bestimmungen des bürgerlichen  Rechtes  und insbesondere  des  Konsumentenschutzgesetzes  entsprechen.  Diese Bedingungen  sollten für den Kunden deutlich sichtbar im  Betrieb aushängen;  zumindest  aber muss dem Kunden  vor  Vertragsabschluß ausreichend  Gelegenheit  eingeräumt werden,  die  zur  Anwendung gelangenden Vertragsbedingungen zu lesen.

In  den Vertragsbedingungen sollten genau und eindeutig  geregelt bzw.  enthalten sein: die Art des Vertrages (befristet oder  unbefristet), der Vertragsinhalt (Leistungsinhalt), besondere  Rechte und Pflichten von Fitness-Betrieb und Kunden (samt Hinweis auf die Studio-Ordnung),  Bestimmungen über Vertragsverlängerung,  Kündigung, einvernehmliche Vertragsauflösung einschließlich  allfälligem  Storno-Entgelt,  sowie vorzeitige  Auflösung  aus  wichtigem Grund.

 In  den  Vertragsbedingungen  kann auch  besonders  zum  Ausdruck gebracht  werden, daß die dem Kunden gegen Entgelt zur  Verfügung gestellten Kästchen und Kabinen auf einem Mietvertrag beruhen und keine  Pflicht  des  Unternehmers zur  Verwahrung  bedingen.  Der Fitness-Fachbetrieb  haftet daher nur für die ordnungsgemäße  Verschließbarkeit dieser Mietgegenstände im branchenüblichen Rahmen, nicht aber für den durch den Kunden eingebrachten Inhalt.

Der Betrieb bietet aber im Regelfall dem Kunden als  unentgeltliche  Sonderleistung die Möglichkeit an, Wertgegenstände in  einem Safe zu verwahren.

Der  Fitness-Fachbetrieb garantiert die einwandfreie Funktion  der eingesetzten Geräte und eine angemessene Information bzw Instruktion des Kunden. Im übrigen haftet der Kunde im Betrieb im Rahmen der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen für sich selbst.

Im  Sinne  der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen  über  die Preisauszeichnung   zeichnet  der  Fitness-Fachbetrieb   zumindest hinsichtlich  der  Zurverfügungstellung von  Fitness-u und  Schlankheitsgeräten  die Brutto-Preise inklusive allfälliger  besonderer Abgaben oder Zuschläge einschließlich der Umsatzsteuer für  seine typischen Leistungen sowohl innerhalb wie außerhalb der Betriebsstätte deutlich lesbar aus.

  

Interessenvertretung

Gesetzliche   Interessenvertretung   der   gewerblichen   Fitness-Fachbetriebe  ist die Fachgruppe Wien der Freizeit- und Sportbetriebe in der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WIRTSCHAFTSKAMMER WIEN.

Die  Interessenvertretung kann insbesondere im Sinne von  Öffentlichkeitsarbeit  und  Werbung ein spezifisches  corporate  design (CD)  im Rahmen der durch das Berufsbild zum Ausdruck  gebrachten corporate  identity  (CI) der Branche erarbeiten  und  empfehlen, beinhaltend  etwa  geeignete  Logos/Schriftzüge,  Aufkleber   und dergleichen.






 

 


Fachgruppe Wien der Freizeit- und Sportbetriebe

in der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien,
1010 Wien, Judenplatz 3-4, 2. Stock, Zimmer 213,
T (+43 1) 514 50 4211, F (+43 1) 514 50 4216,
E
office@freizeitbetriebe-wien.at, W www.freizeitbetriebe-wien.at